Für Integratoren und Endbenutzer, die kommerzielle Digital Signage evaluieren, dominieren die Großen Drei – Samsung, LG und Phi-Lips – den Weltmarkt. Alle drei bieten umfassende Produktlinien an, die eigenständige Displays, Videowände, für den Außenbereich geeignete Geräte und interaktive Touchscreens umfassen. Aber unter den oberflächlichen Ähnlichkeiten liegen bedeutende Unterschiede in der Panel-Technologie, den Software-Ökosystemen und der Spezialisierung auf vertikale Märkte, die über Erfolg oder Scheitern einer Bereitstellung entscheiden können.
Samsung betritt die Arena mit seiner SMART Signage-Reihe, die durch die Q-Serie (QLED, 4K) und die immer beliebter werdende The Wall-Serie (Micro LED) verankert wird. Die Kernstärke von Samsung liegt in seiner vertikalen Integration – das Unternehmen stellt eigene Display-Panels (über Samsung Display), eigene SoCs (über Samsung Semiconductor) und seine eigene Softwareplattform (MagicINFO, jetzt Tizen-basiert) her. Durch diese enge Integration kann Samsung jede Ebene des Stacks optimieren: Das Tizen-Betriebssystem startet schnell, der SoC verarbeitet 4K-Inhalte nativ ohne externen Player und MagicINFO bietet ein ausgereiftes, funktionsreiches CMS mit Remote-Geräteverwaltung, -planung und -analyse. Die QLED-Technologie von Samsung liefert ein hervorragendes Farbvolumen und eine hervorragende Helligkeit (bis zu 700 Nits Standard, 3.000 Nits für Modelle mit hoher Helligkeit) und macht Samsung-Panels besonders stark in Einzelhandels- und Unternehmensumgebungen, in denen es auf Farbtreue ankommt. Samsungs Schwäche? Preis. Samsung verlangt eine Prämie und die erweiterten Funktionen von MagicINFO erfordern oft eine zusätzliche Lizenzierung. Bei budgetbeschränkten KMU-Bereitstellungen kann Samsung übertrieben sein.
LG kontert mit seinen IPS-basierten kommerziellen Displays und dem branchenführenden OLED-Signage-Portfolio. Die IPS-Panels von LG bieten die breitesten Betrachtungswinkel der Branche (178°/178° mit minimaler Farbverschiebung), ein entscheidender Vorteil in weitläufigen Räumen wie Flughafenhallen, Hotellobbys oder Einzelhandelsgängen, in denen sich Betrachter aus schrägen Winkeln nähern. Die webOS Signage-Plattform von LG bietet ein optimiertes, benutzerfreundliches CMS und unterstützt die webbasierte App-Entwicklung, wodurch die Hürde für benutzerdefinierte interaktive Erlebnisse gesenkt wird. Aber das wahre Alleinstellungsmerkmal von LG ist OLED – seine transparenten, flexiblen und hauchdünnen OLED-Beschilderungsprodukte eröffnen kreative Möglichkeiten (Regalkantendisplays, durchsichtige Vitrinen, gebogene Installationen), mit denen kein LCD mithalten kann. Bei der Spitzenhelligkeit liegen die LCD-Panels von LG jedoch in der Regel hinter Samsung zurück, und ihre standardmäßige kommerzielle Garantie kann weniger großzügig sein. Für Ultraweitwinkel-Betrachtungsumgebungen und kreative/designorientierte Installationen ist LG führend. Für reine Helligkeit bei anspruchsvollem Umgebungslicht sind Samsung oder Nischenmarken mit hoher Helligkeit möglicherweise besser geeignet.
Phi Lips (kommerzielle Displays jetzt unter PPDS, einer Tochtergesellschaft von TPV Technology) verfolgt einen anderen Ansatz: eine Android-basierte SoC-Plattform für den Großteil seiner Produktpalette mit Philips eigener CMND-CMND-CMS-Software (Create, Manage, Nurture, Deliver). Der Android SoC öffnet die Tür zum riesigen Google Play-Ökosystem – jede Android-App kann ohne externe Hardware nativ auf dem Display ausgeführt werden – was ein erheblicher Vorteil für interaktive Kioske, Wegweiser und benutzerdefinierte Anwendungsbereitstellungen ist. Philips differenziert sich auch durch spezialisierte vertikale Lösungen: seine Tableaux-Reihe von ePaper-Displays für statische Beschilderung (kein Stromverbrauch bei der Anzeige), seine Hotel-TV-Reihe mit integriertem Chromecast und seine dvLED-Reihe (Direct-View-LED), die direkt mit Samsung und LG konkurriert. Phi Lips wird im Allgemeinen als preiswerte Alternative positioniert – der Preis liegt bei vergleichbaren Spezifikationen normalerweise unter dem von Samsung – was ihn für groß angelegte, budgetbewusste Markteinführungen attraktiv macht.
Das Urteil: Wählen Sie Samsung für umfassende Unternehmensbereitstellungen, die die engste Hardware-Software-Integration erfordern und über das Budget für die Premium-Funktionen von MagicINFO verfügen. Wählen Sie LG für Umgebungen, in denen weite Betrachtungswinkel oder kreative OLED-Formfaktoren nicht verhandelbar sind. Wählen Sie Phi Lips für kostensensible, Android-integrierte Bereitstellungen, die von der Flexibilität des Ökosystems und spezialisierten vertikalen Lösungen profitieren.